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Direct Activation (Direkte Aktivierbarkeit)

Definition

Das Konzept der „Direkten Aktivierbarkeit“ (Wulf; On Search..; 1999) unterstützt beim Erlernen von Anpassungsfunktionen durch ein erleichtertes Finden dieser, und spielt sowohl bei Einzelplatzsystemen als auch bei Groupware eine Rolle. Die Umsetzung bezieht sich vorrangig auf das Design der Benutzungsschnittstelle, wobei insbesondere die Anordnung der Anpassungsfunktionen relativ zu den zugehörigen Nutzungsfunktionen berücksichtigt wird. Da sich diese aus dem Anwendungskontext ergibt, ist nur eine konzeptionelle Beschreibung der Anforderungen möglich, jedoch keine konkrete Vorgabe, wie die Integration in bestimmte Softwareprojekte aussehen kann.

Konzept

In verschiedenen Studien wurde untersucht, in welchen Situationen Nutzer Anpassungsfunktionen suchen. Die Untersuchungsergebnisse – Durchführung von Anpassungen bei der Einführung neuer Software (Mackay; Users and customizable Software 1990) (Tyre und Orlikowski 1994) sowie der häufige Bedarf von Anpassungsfunktionen (Page et al. 1996) während der Nutzung einer Textverarbeitung – zeigen den Bedarf von Nutzern, Anpassungen vorzunehmen, auf. Aus der Studie von Wulf (Wulf, On Search.. 1999) geht hervor, dass besonders die fehlende Kenntnis von Anpassungsfunktionen durch die Nutzer einen Hinderungsgrund zur Durchführung darstellt. Gründe für diese fehlende Kenntnis sieht Wulf darin, dass die Interaktionspunkte zu den Anpassungen nicht bekannt sind oder nicht gefunden werden.

Interaktionspunkte für Anpassungen in Anwendungen können nach ihren Bezugsmitteln gruppiert werden: Zum Einen nach dem Bezugsmittel der Räumlichen Nähe (hierzu gehören z. B. Schaltflächen und Menüs die eine Anpassungsfunktion auslösen) zum Anderen nach dem Bezugsmittel der Konsistenz der Aktivierungsmodi (wozu man z.B. Vereinbarungen über eine durchgängig realisierte identische Tastenkombination zählt). Ein Beispiel hierfür ist die Funktion der „F1-Taste“ die erwartungsgemäß die Hilfe aufruft.

Auch eine mehrstufige Aktivierung ist als konsistente Realisierung zu betrachten, wenn die Handlungsschritte bis zum Interaktionspunkt der Anpassung identisch sind. Das Kontextmenü zu einer Funktion, das in einigen Anwendungen durchgängig über die rechte Maustaste aufgerufen werden kann und der dort vorhandene Menüpunkt „Eigenschaften“ ist ein Beispiel einer mehrstufigen Aktivierung.

Einen Sonderfall stellen getriggerte Funktionen, welche nicht vom Benutzer selbst, sondern vom System angestoßen werden, dar. In diesem Fall ist kein Interaktionspunkt vorhanden, da die Ausführung einer getriggerten Funktion vom Erreichen eines vordefinierten Zustands abhängig ist. Eine Nutzung der beiden Bezugsmittel räumliche Nähe und konsistenter Aktivierungsmodus auf die Anpassung getriggerter Funktion setzt voraus, dass der Nutzer die Zustände kennt, in denen die getriggerte Funktion aktiviert wird. Ein konsistenter Aktivierungsmodus im Umfeld getriggerter Funktionen ist nicht möglich. Die Zustände können nur durch einen visuellen Bezug also mit dem Bezugsmittel der räumlichen Nähe sichtbar gemacht werden. Hat zum Beispiel ein Nutzer verschiedene Ordner für eingehende E-Mails angelegt und stellt fest, dass eine E-Mail durch seine Filter falsch einsortiert wurde, so könnte durch einen direkt erreichbaren Interaktionspunkt am Ordner eine Anpassung durchgeführt werden und so direkt die Kriterien verändert werden, nach denen die Sortierung der E-Mails erfolgt.

Konsequenz

Direkte Aktivierbarkeit bietet somit ein Erleichtertes Finden von Anpassungsfunktionen in Groupware, dadurch eine Verkürzung von Bearbeitungszeiten von Anpassungsaufgaben und eine Verbesserung des Ergebnisses dieser Anpassungen, wenn die entsprechenden Funktionen gefunden wurden.

Verwandte EUD-Methoden

Ähnliche Ansätze verfolgen die Ambient Services sowie die Direct Manipulation.
Topic revision: r4 - 21 Feb 2007, MoritzWeber
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